Galionsfiguren

In dem wunderbaren Essay der Architektin Denise-Scott-Brown “Room at the Top? Sexism and the Star System in Architecture" (1975), bin ich über das Thema der weiblichen Galionsfigur gestoßen. In ihrer Reflexion erwähnt sie wie vor Erfindung moderner Navigationssysteme, die Darstellung einer Frau Schiffe vor rauer See schützen sollte.

Obwohl Frauen an Bord Unglück bringen sollten (da diese die Mannschaft von ihrer Arbeit ablenken würde), diente eine am Bug des Schiffes befestigte weibliche Holzfigur als Talisman.

Solche Galionsfiguren erlangten zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert Popularität und bezogen sich oftmals auf die Besitzerin des Schiffes oder deren Namensgeberin. Dies reichte von Königin Viktoria, einer Kapitänstochter oder einer berühmten Schauspielerin. Beliebt war auch die Darstellung einer nackten Frau, welche auf die Wellen eine „beruhigende“, „beschämende“ oder auch „einschüchternde“ Wirkung haben sollte, während Darstellungen von Königinnen und Göttinnen religiöse bzw. magische Kräfte freisetzten würden.

Foto © Maritime Museum Hull Collections, 2016

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