Der Rosendorn

Eine Frau streitet sich mit ihrer Vulva. Daraufhin beschließen sie, getrennte Wege zu gehen, um schlussendlich doch wieder zueinanderzufinden. Das ist die Kurzfassung des mittelalterlichen „Vulva-Monologs“, einem Gedicht aus dem 13. Jahrhundert (!), auch bekannt als „Der Rosendorn“.

2019 machen Expert:innen und Forscher:innen in der Stiftsbibliothek Melk in Niederösterreich eine Entdeckung: ein Pergamentstreifen mit einem mittelalterlichen Gedicht, kommt zum Falzstreifen umfunktioniert, im Einband eines Buches zum Vorschein. Einer zu jener Zeit gängigen Praxis um wertvolles Pergament zur Herstellung neuer Bücher wiederzuverwenden. Doch warum wurde genau dieser Text zerschnitten? War es Zufall oder mutwillige Zerstörung?

Da Texte mit solch offenen Umgang gegenüber Sexualität ursprünglich als Phänomen des 15. Jahrhunderts galt, veränderte dieser Fund unser Verständnis von Sexualität und Identität im Hochmittelalter und dockt bis heute an gängigen Diskursen an!

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