Mary Wortley Montagu

Die Geschichte der westlichen Virologie lässt sich auf Beobachtungen Mary Wortley Montagu (1689-1762) in einem Harem, im Osmanischen Reich, zurückführen. Als Frau des Botschafters Konstantinopels, verbrachte sie einige Zeit unter Gleichgesinnten. Dort beobachtete sie, wie Zwecks Inokulierung—auch Variolation genannt— eine Immunität gegen Pocken erreicht wurde, indem Pockenflüssigkeit in eine noch nicht-erkrankte Person injiziert wurde.

Da ihr Bruder zuvor in England an der Krankheit gestorben und Wortley Montagu selbst stark erkrankt war, wollte sie ihre Kinder vor einem zukünftigen Ausbruch schützen. Sie schrieb Briefe nach Hause und setzte sich stark für die Praxis ein, auch wenn diese anfangs von Ärzten herablassend und rassistisch als ineffizient und „östliche“ beäugelt wurde. Dank ihrer Beobachtungen und konsequenten Lobbyarbeit, wurde aber auch diese Methode in England populär und leitete so medizinischen Fortschritt ein.

Die Darstellung entstammt einem japanischen medizinischen Manuskript aus dem 18. Jahrhundert.

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