Rosemary Kennedy

Rosemary Kennedy, Schwester von JFK und Robert Kennedy, wurde 1918, während der Influenza Pandemie geboren. Ärzte waren völlig überarbeitet und schwer erreichbar. Als Rose Kennedy in ihrem Haus in Brookline, MA ihr drittes Kind (und erste Tochter) Rosemary zur Welt brachte, war erst kein Arzt anwesend, sodass die Hebamme das Kind gewaltsam wieder in den Körper der Mutter drückte. So wurde vermutlich die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn des Babys gestoppt, was die spätere Entwicklung beeinflusste.

Rosemary litt an Epileptischen- sowie Wutanfällen und einer Lernschwäche. Sie wurde von Privatschule zu Privatschule geschickt, wo sie jedoch völlig überfordert war. Als Mitglied der prominente Kennedy Familie hinkte sie stets hinter ihren acht ambitionierten Geschwistern her.

Als sie später anfing, mit unterschiedlichen Männern auszugehen, suchte der Vater—ein anerkannter Diplomat, der seine Söhne für eine politische Laufbahn vorbereiten wollte—nach einer „Lösung“, um das „irrationale“ Verhalten und eine potenzielle rufschädigende Schwangerschaft seiner Tochter zu stoppen.

1941 entschied er sich an Rosemary, damals 23, eine Lobotomie durchführen zu lassen. Ohne das Wissen der Mutter oder das Einverständnis von Rosemary selbst (was damals nicht notwendig war) wurde der Eingriff am Gehirn durchgeführt. Direkt nach der Prozedur war sie inkontinent und konnte weder laufen noch kohärent sprechen.

Direkt nach ihrer Lobotomie wurde Rosemary in ein Heim gebracht, wo sie nur wenige Stunden von ihrer Familie entfernt für den Rest ihres Lebens lebte. Ihr Vater Joseph P. Kennedy Jr. erzählte der Familie, dass sie im Mittleren Westen der USA Lehrerin geworden sei und keinen Kontakt zur Familie wünsche. Drei ihrer Geschwister verfolgten, wie vom Vater erwünscht, politische Karrieren.

Bis 1987 wurde ihr Aufenthaltsort im Unklaren gehalten. In dieser Zeit brachte sie sich u.a. das Gehen wieder bei. 40 Jahre nachdem dieser furchtbare “medizinische“ Eingriff an ihr vorgenommen wurde, durfte sie ihre Geschwister wieder in den Arm nehmen.

Rosemary Kennedy verstarb 2005 im Alter von 86 Jahren.

© “Skull with Evidence of Transorbital Lobotomy,” The College of Physicians of Philadelphia Digital Library

Das Bild zeigt eine Form des Eingriffs, die umgangssprachlich als „Eispickel“-Lobotomie bezeichnet wird. Hier werden durch die Augenhöhlen kleine Löcher in den Schädel gebohrt. Der Eingriff am Gehirn sollte die „seelischen Schmerzen“ des/der Patienten/Patientin lindern.

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