Susanne Margarethe Brandt (Gretchen)

Johann W. Goethe ließ sich für die Bühnenfigur Gretchen in seinem Faust von Susanne Margarethe Brandts (1746-1772) Leidensgeschichte inspirieren.

Die junge Frankfurter Dienstmagd wurde im Alter von 24 Jahren ungewollt schwanger. Aus Angst ihre Stelle zu verlieren—eine Konsequenz die schwangeren Frauen, sowie denen die heimlich ihr Kind zur Welt brachten, drohte— verheimlichte sie die Schwangerschaft. Kurz nach der Geburt ihres Sohnes brachte sie ihr Kind um und wurde im Zuge dessen wenige Monate später zum Tode verurteilt.

Da diese Art Fall zur damaligen Zeit aufgrund seiner ausweglosen Situation für jungen Frauen, sowie der drohenden unmenschlichen Strafe, häufig auftrat und viel debattiert wurde, baute Goethe diesen in sein neuestes Werk mit ein und behielt sogar ihren Namen bei. (Das Faust’sche Gretchen ließ er allerdings um 10 Jahre jünger werden!)

Auf dem Foto sieht man Camilla Horn als Gretchen in F. W. Murnaus 1926 entstandenen Faust.

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