Victoria Woodhull

Victoria Woodhull (1838-1927) war die erste Frau, die sich 1872 zur Präsidentschaftskandidatin der USA aufstellte - und dies zu einer Zeit als Frauen noch nicht offiziell wählen durften. Ihr Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten war der ehemals versklavte Abolitionist Frederick Douglass.

Victoria Woodhull wurde in eine Nomadenfamilie geboren und verbrachte ihre Kindheit als Heilerin und Wahrsagerin. Als Erwachsene eröffnete sie in den 1870er Jahren einen Börsenhandel in New York City, in dem ein Hinterzimmer für weibliche Klientinnen eingerichtet wurde. Auch dies war—zu einer Zeit, in der Frauen noch als Besitztum des Mannes galten—höchst kontrovers und illegal.

Zusätzlich war sie die erste Frau, die vor dem US-Kongress sprach. In ihrer Rede verwies sie auf die Verfassung, in der mit keinem Wort Frauen das Wahlrecht entzogen wird. Als Libertine des 19. Jahrhunderts glaubte sie an freie Liebe und war der Auffassung, dass Heirat nicht vom Staate unterstützt werden sollte. Aufgrund ihres emanzipatorischen Aktivismus‘ verpasste ihr die Presse schnell den Nicknamen „Mrs. Satan.“

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